Wenn dir die Zeit davon fliegt

Woran liegt es, dass viele Menschen das Gefühl haben, die Zeit vergehe rasend schnell?

Folgende Sätze höre ich so häufig, wie der kleine Zeiger die Zwölf streift:
„Wo ist der Tag nur hin?“ – „Schon wieder Montag.“ – „Der Sommer verging wie im Flug.“

Weshalb erscheint mir hingegen mein eigenes Leben sehr ereignisreich und lang?

Eine Studie des Psychologen Ferdinand Kosak von der Universität Regensburg liefert folgende Antwort:

“Aktivierte Erinnerungen haben das Potential, das gefühlt schnelle Zeitvergehen etwas abzumildern. Man muss sich nur seine eigene Vergangenheit ins Gedächtnis rufen.“

Wer also seine autobiografischen Erinnerungen lebendig hält und diese abrufen kann, hat das Gefühl, die vergangene Lebenszeit sei langsamer vergangen. Sie fühlt sich reicher an.

Es gibt nur eine Schwierigkeit dabei:
Erinnerungen haben kein Verfallsdatum. Sie verblassen ohne Vorankündigung.

Wie kann man in der Geschwindigkeit des Alltags etwas festhalten, das einen bleibenden Wert besitzt?
Seit mehr als 20 Jahren schreibe und zeichne ich Erinnerungen auf. Hier auf diesem Blog beschäftige ich mich mit der Frage, weshalb und wie sich Leben aufzeichnen lässt und wie ich mir wertvolle Gedanken und Momente festhalte.

Genaugenommen geht es in meinen Aufzeichnungen also um lebensverlängernde Maßnahmen
– ganz ohne medizinischen Eingriff.

Vielen Dank für deinen Besuch!