Wenn wir unterwegs sind in diesem riesigen Internet und uns umschauen wie andere das machen mit Tagebuch und Journal, dann finden wir Tausende liebevoll dekorierte und mit Bildern gestaltete Notizbücher, die auf den ersten Blick spannend aussehen.
Sie sehen nach Fülle und Lebendigkeit aus. Also nach etwas, das du dir vielleicht auch wünscht in deinem Tagebuch.
 
Inspiration suchen macht Spaß und kann dir eine neue Idee geben für dein eigenes Schreiben. Aber vieles, was ein Tagebuch so wertvoll macht, ist in rein dekorativen Seiten nicht zu finden.
Mir stellt sich dabei erst einmal die Frage:
Wie persönlich und intim kann eine Doppelseite sein, die man der ganzen Welt öffnet?

Eine weitere Frage, die mich beschäftigt:

Weshalb zeichnen wir auf? Was zeichnen wir auf? Wie möchte und kann ich für mich das festhalten, was mir im Leben relevant ist.

Dein Notizbuch ist dein Raum. In diesem tobst du dich aus und machst damit was du möchtest.

Aber:

Gelebtes Leben sieht nicht immer dekorativ aus!
Es ist für mich etwas etwas anderes, ob ich eine Seite im Vintage-Style dekoriere und etwas Vorzeigbares gestalte, wie zum Beispiel ein Reise-Album, oder ob ich mir selbst einen ungestörten, unbeobachteten Raum gebe, für all das, was zu mir gehört.
Ein Freiraum, um alles herunterzuschreiben und herauszukritzeln, was mich bewegt, ohne Gestaltungsschere im Hinterkopf. 
Ein Tagebuch ist ein Ort an dem du dir erlaubst, schön und hässlich zugleich zu sein. Wo es keine Rolle spielt, ob die Komposition gelungen ist und ob die Farben zusammenpassen.
Einfach deshalb, weil du dir auch dann zuhörst, wenn deine Gedanken optisch zum Sondermüll gehören.